Studenten-Proteste bei Auftritt von Merkel und Seehofer in Unterschleißheim

München/Unterschleißheim, 01.06.2009. Bei der Europakundgebung der CSU, bei der Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsident Horst Seehofer anwesend waren, haben erneut Studierende auf die aktuellen Missstände bei der aktuellen bayerischen Bildungspolitik hingewiesen.

Nach der Veranstaltung hat Horst Seehofer sein Vorhaben mit Studierenden bei einem Treffen in der Staatskanzlei über das Thema Studiengebühren zu diskutieren bekräftigt.

Auf der Veranstaltung wurde mit Flugblättern und Schildern auf die Kampagne “Beherzt handeln! Weil Bildung Bayern wichtig ist.” hingewiesen.

Pressemitteilung des SoS-Bündnis:

Merkel und Seehofer mit Studiengebührengegnern konfrontiert

am 01.06.09 von SoS – Presseteam
Pressemitteilung vom 01.06.2009

Anlässlich ihrer Unterstützung für den Wahlkampf der CSU in Unterschleißheim bei München forderten Studierendenvertreter die Bundeskanzlerin heute auf, sich für die Abschaffung der Studiengebühren einzusetzen.

Mit Plakaten, Flugblättern und den inzwischen schon bekannten orangefarbenen T-Shirts machten die Studierenden ihrer Verärgerung über die gebrochenen Versprechen der Kanzlerin Luft. „Die Bildungsrepublik Deutschland zu fordern und gleichzeitig eine Partei zu unterstützen, die an Hochschulen spart und Studiengebühren einführt, ist zynisch. Sie machen sich unglaubwürdig, Frau Bundeskanzlerin!“ rief Sebastian Urchs, Mitglied der Geschäftsführung der Studierendenvertretung der Universität München Frau Merkel zu.

Im Gegensatz zu Merkel bekamen die Studierenden viel Zuspruch von den anwesenden Zuschauern. Schnell waren die blauen Flugblätter mit den Forderungen des Bündnisses vergriffen und auch die anwesenden Bauernvertreter solidarisierten sich mit den Hochschülern. „Offensichtlich ist die Stimmung in der CSU-Basis noch nicht bis zur Parteispitze vorgedrungen. Mit ihrer Position zu Studiengebühren kann sich die CSU bei der Europawahl warm anziehen.“ so Felix Herzog vom Bündnis Studieren ohne Studiengebühren.

Ministerpräsident Horst Seehofer erkannte die Situation und suchte das persönliche Gespräch mit den Studierenden. Vor versammelten Pressevertretern versprach er sich schnellstmöglich mit einer Delegation der Studierendenvertreter in der Staatskanzlei zu treffen und die Positionen zu Studiengebühren zu diskutieren. „Dieses Treffen ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ich erwarte jetzt, dass Herr Seehofer sich unsere Argumente anhört und seine Position zu Studiengebühren überdenkt.“ so Julian Esselborn, Referent für Hochschulpolitik der Studentischen Vertretung der TU München.

Darüber hinaus beabsichtigen die Studierendenvertreter, ihren Druck auf die Regierungsparteien weiter zu erhöhen und die Hochschulfinanzierung wieder auf die politische Agenda zu bringen. Auf einer Website www.beherzt-handeln.de halten sie den offiziellen Positionen der CSU den Spiegel der Realität vor.